Weltcup Voltigieren: Zwei deutsche Siege zum Abschluss

Weltcup Voltigieren: Zwei deutsche Siege zum Abschluss

Offenburg (fn-press). Die deutschen Voltigierer haben zum Abschluss der Weltcup-Qualifikation mit zwei Siegen überzeugt. Bei der Premiere der Winter-Serie in Offenburg sicherten sich die Athleten von Bundestrainerin Ulla Ramge und Disziplintrainer Kai Vorberg die ersten Ränge bei den Damen und im Pas-de-Deux. Die Trophäen gingen an die Hamburgerin Kristina Boe sowie das Duo Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes aus dem nordrhein-westfälischen Altena.

Bei der sechsten und abschließenden Qualifikations-Etappe des Weltcups 2017/18 standen nach zwei spannenden und hochklassigen Umläufen in der Baden-Arena in allen drei Wettbewerben mehr oder weniger Überraschungs-Sieger auf dem Podest.

Überaus unerwartet fiel dabei der Triumph des Westfalen-Duos Ossenberg-Engels und Gerdes aus. Die deutschen Doppel-Vizemeister, EM-Bronzemedaillengewinner und Weltcup-Dritten des Vorjahres, die vor zwei Wochen in Leipzig noch mit einem Sturz gepatzt hatten, starteten mit dem zweiten Rang souverän in die Offenburg-Etappe. Auf dem Rücken von Caram OE – longiert von Claudia Döller-Ossenberg-Engels – hielten sie die Konkurrenz auf Abstand und rangierten lediglich hinter den als Favoriten an den Start gegangenen Torben Jacobs und Theresa-Sophie Bresch vom VV Köln-Dünnwald. Dem Gespann aus dem Rheinland unterlief jedoch im Finale kurz vor dem Ende der zweiminütigen Kürchoreografie ein Sturz. Bresch und Jacobs fielen dadurch mit 7,349 Punkten im Gesamtergebnis auf Rang drei zurück. Davon profitierten die zweitplatzierten Schweizerinnen Zoe Maruccio und Syra Schmid (7,592). Mit deutlichem Abstand und starken 8,238 Punkten im Gesamtklassement (2. Durchgang: 8,487) ging der Sieg an Ossenberg-Engels/Gerdes.
Damit stehen die beiden in Offenburg angetretenen deutsche Vertretungen zugleich für das Finale in Dortmund Ende März fest, bei dem die besten vier Duos der Qualifikation den Weltcup-Sieg 2017/18 unter sich ausmachen werden. Ebenso wie Deutschland wird die Schweiz im Showdown mit zwei Paaren vertreten sein.

Einen richtig tollen Eindruck hinterließ vor dem Finale noch einmal Deutschlands Top-Athletin Kristina Boe. Die amtierende Europameisterin vom Reit- und Fahrverein Kirchwärder, die bereits mit ihren Starts in Madrid und Leipzig (jeweils Rang zwei) ihre Dortmund-Teilnahme perfekt gemacht hatte, fügte ihrer Bilanz nun in Offenburg einen Sieg hinzu. Angetreten war die 29-jährige Unfall-Chirurgin auf dem Kölner Pferd Daviana, longiert von Ines Nawroth. Mit zwei Tagessiegen und einer Gesamtwertung von 8,516 ließ Boe diesmal sogar die bislang dominierende Schweizerin Nadja Büttiker (8,336) hinter sich. Die Dänin Sheena Bendixen komplettierte das Podest (8,22). Mit dem Resultat zug Boe nun mit der Kölnerin Corinna Knauf gleich. Beide stehen zum Ende der Qualifikation bei jeweils 28 Punkten und werden damit nur von Büttiker (30) übertroffen. Resultierend dadurch qualifieren sich beide deutsche Vertreterinnen souverän für das Finale in Dortmund, wobei für alle dort startenden sechs Finalistinnen die Vorleistungen gestrichen werden und das Finale von Null beginnt.

Bei den Herren werden in Dortmund sogar drei Vertreter von Schwarz-Rot-Gold am Start sein: Viktor Brüsewitz (Wulfsen), Jannis Drewell (Gütersloh) und Jannik Heiland (Wulfsen) beenden die Qualifikation 2017/18 mit jeweils 28 Punkten. Leidglich einer zog in Offenburg noch am deutschen Trio vorbei: Der Schweizer Lukas Heppler erreichte mit seinem Baden-Classics-Triumph die Maximalpunktzahl von 30 Zählern. Im ersten Umlauf rangierte der Eidgenosse noch hinter Drewell auf Rang zwei, überholte den deutschen Vorzeige-Voltigierer aber im zweiten Durchgang. 8,717 Punkte verbuchte der 24-Jährige am Ende für sich. Sportsoldat Drewell beendete das Turnier mit seinem Routinier Diabolus und Longenfüherin Simone Drewell bei 8,687 Punkten. Clément Taillez aus Frankreich komplettierte das Podium (8,629) und löste damit ebenfalls das Ticket für Dortmund. Thomas Brüsewitz vom Team NORKA des VV Köln-Dünnwald hingegen konnte seine Leistung in Offenburg nicht abrufen und verpasste überraschend die Finalteilnahme. Komplettiert werden wird das Starterfeld in Dortmund daher vom Ungarn Balázs Bence.

Zahlen und Fakten
die Saison 2017/18 ist die achte Weltcup-Saison in der Geschichte des Voltigier-Sports;
das Weltcup-Finale wurde bislang viermal in Deutschland ausgetragen (Leipzig 2011, Braunschweig 2013, Dortmund 2016 und 2017), zweimal in Bordeuax / FRA (2012 und 2014) und einmal in Graz / AUT (2015);
sechs Damen und Herren und vier Pas-de-Deux können sich für das Finale qualifizieren;
die meisten Weltcup-Gesamtsiege in allen Disziplinen konnte bislang Deutschland einfahren (5), gefolgt von Italien (4), Frankreich und Schweiz (3), Österreich (2) und Großbritannien (1).

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