Eine Passion, eine Familie: die Niebergs…

Eine Passion, eine Familie: die Niebergs…

Vater Lars und Sohn Gerrit sind bei den LöwenClassics am kommenden Wochenende am Start.

Eine ganz besonderes Treffen im Vorfeld der 17. Braunschweiger LöwenClassics: zum Schmunzeln, zum Erinnern und mit sehr viel pferdesportlicher Energie! Während der eine fröhlich schmunzelnd eine Geschichte ‚von früher‘ nach der anderen zum Besten gibt, sitzt der andere – ebenfalls schmunzelnd – ruhiger daneben. Vermutlich kennt der andere schon einige Geschichten des einen, wahrscheinlich sogar, aber er amüsiert sich trotzdem. Lars Nieberg, der eine, ist inzwischen gedanklich in seine Ponyreiterzeit eingetaucht. Sohn Gerrit Nieberg, der andere, hat die nie erlebt. Im Ponyalter hat er noch mit Elan Fußball gespielt, erst mit 13 ist der heute 24-Jährige in den Sattel gestiegen. Aber an diesem Punkt steigt ein weiterer Gesprächspartner mit strahlenden Augen in die Erinnerungen ein: Braunschweigs Turnierchef Axel Milkau. Grinsend hält er einen Zeitungsartikel hoch, leicht angegilbt ob seines Alters: „Lars, weißt Du das noch? Bei dem Turnier hier um die Ecke sind wir gegeneinander angetreten und ich glaube, ich habe Dich damals abgezogen (lacht).“

Zu Ponyzeiten sind sie sich regelmäßig in und um Braunschweig im Parcours begegnet, in der Region Braunschweig sind beide aufgewachsen. Noch heute sind sie gute Freunde: Lars Nieberg und Axel Milkau. Der eine hat sich den Pferden auch professionell verschrieben, der andere ist im Pferdesport noch immer sehr engagiert, beschäftigt sich beruflich aber in erster Linie mit „Teiglingen“, alias Brötchen. Nicht zuletzt wegen dieser langen Verbindung aus Ponyzeiten ist der zweimalige Mannschafts-Olympiasieger Nieberg Stammgast bei den LöwenClassics.

Beide, Vater und Sohn Nieberg, werden bei den LöwenClassics vom 2. bis 4. März an den Start gehen. In den letzten Monaten treffen Lars und Gerrit Nieberg immer häufiger im Parcours aufeinander. Spätestens seit Gerrit diesen unglaublichen Lauf mit Contagio hat. Den Colman-Sohn hatte Lars Nieberg als junges Pferd auf der Holsteiner Auktion entdeckt. Nach Erfolgen unter dem Sattel von Gerrit wurde der Hengst zwölfjährig nach Venezuela verkauft. Ein Jahr später kam er zurück nach Deutschland, Lars Nieberg und Gut Berl-Chef Hendrik Snoek kauften den Schimmel zurück. „Eigentlich hat Max Contagio erst geritten“, erzählt Vater Lars. Max ist der jüngere Bruder von Gerrit. „Aber als Max ein Jahr in die USA ging, hat Gerrit ihn übernommen. Inzwischen sind die beiden super zusammengewachsen.“ Stimmt! Der Sieg im Großen Preis von Frankfurt Dezember 2017 und gleich vier Wochen später Platz fünf im Championat von Leipzig sind nur zwei ausgewählte Beweise dafür.

„Zielstrebig, ehrgeizig, fleißig!“ Die Worte kommen ohne Zögern. Genau so beschreibt Vater Lars seinen Sohn Gerrit und schwups – typisch Vater Nieberg – kommt noch ein kleiner Nachsatz hinterher: „Das hat er von mir.“ Grinst. Kurze Pause. „Und von seiner Mutter!“ Für Max gelte das auch, er sei ebenso talentiert im Sattel, betont der Vater, „aber Gerrit hat im Moment einfach das bessere Pferd.“ Pferde sind für die ganze Familie Nieberg Berufung gleichermaßen. Vor fünf Jahren haben Lars und seine Frau Gitta Nieberg die Leitung von Gut Berl im westfälischen Sendenhorst übernommen. Inzwischen sind beide Söhne mit in den Betrieb eingestiegen. Viermal Nieberg arbeiten jeden Tag zusammen, wohnen zwar nicht in derselben Wohnung, aber alle auf dem Gelände des Guts und treffen sich täglich zum Mittagessen, das die Oma kocht. Hier wird alles besprochen, was ansteht, Turnierplanung gemacht und über Pferde diskutiert. „Bei uns wird auch mal Klartext geredet“, erklärt Vater Nieberg. „Aber damit kann jeder umgehen und niemand ist nachtragend.“ Die Niebergs: eine Familie, ein Unternehmen, eine Passion. Und das nächste Ziel: die Braunschweiger LöwenClassics.

2010 hat Lars Nieberg den Großen Preis von Braunschweig gewonnen. Fast etwas dramatisch war der Sieg damals. Nieberg saß im Sattel von Lord Luis und bereitete ihn auf seinen Start im Stechen vor, als dieser ein Eisen verlor. Das Pferd zum Schmied, Nieberg als letzter Starter ins Stechen, gewagte Runde, fehlerfrei, Sieg! Noch mal ein großer Sieg in der Braunschweiger Volkswagen Halle, das würde dem zweifachen Vater schon gefallen, gesteht er. Zwei Pferde bringt er mit nach Braunschweig, die dem Erfolgspferd seines Sohnes sehr nahestehen: Nachkommen v. Contagio! Und was, wenn sich der Sohnemann in der Siegerehrung vor ihn stellt? „Das wäre mir fast noch lieber!“, spricht er, schmunzelt und schon fällt ihm wieder eine der Geschichten von früher ein…

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