„Donnerwetter! Dubai World Cup für Thunder Snow!

„Donnerwetter! Dubai World Cup für Thunder Snow!

Donnerwetter“, Thunder Snow! Rund 60.000 Zuschauer auf der Meydan-Rennbahn in Dubai und Millionen Menschen auf der ganzen Welt erlebten am Samstag einen atemberaubenden Sieg des von Saeed bin Suroor für Scheich Mohammeds Godolphin-Stall trainierten Thunder Snow im Dubai World Cup (Gr. I, 10 Mio. Dollar, 2.000 m, Dirt). Der vierjährige Hengst, 2017 hier im UAE Derby erfolgreich, beherrschte unter Top-Jockey Christophe Soumillon die neun Gegner mit fünfeinhalb Längen Vorsprung und stand schon weit  vor dem Ziel als beeindruckender Gewinner der 6 Millionen Dollar-Siegprämie fest.

Der 90:10-Außenseiter riss das Publikum regelrecht von den Sitzen, denn mit der ungewohnten Start-Ziel-Taktik verabschiedete sich Thunder Snow schon im Schlussbogen auf immer größeren Vorteil. Der Helmet-Sohn marschierte unverdrossen weiter, Dubai-Herrscher Scheich Mohammed, der unmittelbar an den Rails am Ziel dieses bedeutendste Galoppereignis verfolgte, konnte sich schon weit vor dem Ziel freuen. Der Vizepräsident und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate und Gesetzgeber von Dubai und sein Crack Thunder Snow wurden frenetisch gefeiert – alle drei Top-Rennen des 30-Millionen-Dollar-Renntages gingen übrigens an das Godolphin-Team! Thunder Snow sorgte für den siebten World Cup-Sieg der blauen Erfolgsflotte, den achten Treffer für Saeed bin Suroor als Trainer.

Eine Premiere erlebte dagegen Jockey Christophe Soumillon, der erst 2017 einen neuen Europarekord an Siegen aufgestellt hatte. Sein erster Kommentar: „Ein kleines Mädchen, ich weiß nicht, ob es Scheich Mohammeds Tochter war, hatte mir vorher gesagt, wenn ich gleich in Front gehen würde, dann würde ich gewinnen. Zwei Minuten später meinte Saeed bin Suroor, dass ein guter Start wichtig wäre. Ich hätte nicht gedacht, dass wir aus Startbox zehn nach vorne kommen würden. Aber Thunder Snow fand gut auf die Beine und bekam keinen Druck. Er hat wirklich sehr viel Talent, besitzt aber einen eigenen Kopf. Heute liefen viele Frontrenner vorher gut. Er war in sehr guter Verfassung, absolvierte seinen vierten Start beim World Cup Carnival und wirkte sehr fit, ein Champion, der schon als Zweijähriger in Europa sein Können angedeutet und dann im Vorjahr hier im Derby gewonnen hatte. Für mich wird ein Traum wahr. Schon als kleiner Junge habe ich von einem Sieg hier geträumt.“

Der Favorit West Coast konnte als Zweiter Thunder Snow nie folgen, rettete aber knapp den zweiten Platz vor Mubtaahij, der hier einmal mehr eine starke Partie lieferte. Die höher gehandelten North America (verpatzte den Start) und Talismanic spielten nie eine Rolle.

Deutscher Parviz starker Siebter im Dubai Gold Cup

Deutscher Achtungserfolg beim höchstdotierten Renntag der Welt (30 Millionen Dollar in neun Rennen) im Rahmenprogramm am Samstag auf dem Meydan-Kurs in Dubai: Der von Waldemar Hickst in Köln für Darius Racing trainierte Parviz belegte im Dubai Gold Cup (Gr. II, 1 Mio. Dollar, 3.200 m, Turf) einen sehr guten siebten Platz und war nur minimal (einen kurzen Kopf) von Rang sechs entfernt, der einen Geldpreis von 20.000 Dollar gebracht hätte. Zum dritten Mal in Folge siegte der Aga Khan-Vertreter Vazirabad.

Unter Jockey Marc Lerner war der stark gesteigerte und als 670:10-Außenseiter gestartete Lope de Vega-Sohn unterwegs am inneren Flügel des großen 16er-Feldes stets an fünfter, sechster Stelle auszumachen, das die Godolphin-Pferde Frontiersman und Red Galileo mit deutlichem Vorteil anführten. Auch im Schlussbogen waren die Abstände beträchtlich zwischen den beiden führenden Kandidaten und der Konkurrenz, doch Parviz wirkte noch frisch und munter und schien lange für ein gutes Platzgeld in Frage zu kommen. Als Siebter schlug er sich ausgesprochen beachtlich, mit ein wenig mehr Fortune hätte er noch mehr erreicht.

Manager Holger Faust gegenüber German Racing: „Parviz ist ein Riesenrennen gelaufen, so wie wir uns das erhofft hatten. Damit hat er gezeigt, dass er über richtig weite Wege kommt. Marc Lerner hat ihn unterwegs gut im Feld verstecken können. Er hat ihn dann auch nicht überanstrengt, sondern fair geritten. Ich denke, dass Parviz vor einer guten Saison steht. Das Oleander-Rennen in Hoppegarten ist natürlich ein Ziel.“

Jockey Marc Lerner ergänzte unmittelbar nach dem Rennen: „Als wir auf die Zielgerade kamen, hatte ich gedacht, Parviz könnte es unter die ersten Drei schaffen. Er ging wirklich sehr gut. Es waren dann nur bessere Pferde vor ihm. Die Leistung kann sich sehen lassen.“

Geschichte schrieb der im von Alain de Royer-Dupre in Frankreich für den Aga Khan vorbereitete 25:10-Favorit Vazirabad: Der sechsjährige Wallach triumphierte mit Jockey Christophe Soumillon zum dritten Mal hintereinander in diesem Dubai-Marathon. Von vorletzter Stelle entwickelte er fulminanten Speed und stürmte in neuer Bahnrekordzeit von 3:17,92 Minuten noch mit einer Länge davon. Sheikhzayedroad und Rare Rhythm belegten die Plätze zwei und drei.

Aus Dubai: Michael Hähn

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