Hevita – Holsteiner Siegerstute 2018

Hevita – Holsteiner Siegerstute 2018

49 dreijährige Stuten konkurrierten in Elmshorn um den Titel der Jahrgangs-Siegerstute 2018. Von den 12 Stuten, die eine Runde weiter gekommen waren, stellte die Prämierungskommission bestehend aus Heino Kracht (Hamburg), Friedrich Wettberg (Despetal) und Zuchtleiter Dr. Thomas Nissen die Stute Hevita v. Quick Fire-Carthago-Lavall I (Stamm 2666) aus der Zucht und dem Besitz von Reimer Detlef Hennings, Bendorf, an die Spitze. Eine harmonische braune Stute, die in allen Belangen korrekt war, sich in idealem Rahmen präsentierte und einen überragenden Bewegungsablauf aufweisen konnte. Die Siegerin der Stuteneintragung in Rendsburg-Eckernförde konnte sich bei jeder Vorstellung optimal in Szene setzen. Zur ersten Reservesiegerin erkor die Jury eine Tochter des Contendro I aus einer Caretino-Kilian-Mutter (Stamm 2951) aus der Zucht und dem Besitz von Norbert Schmuck in Henstedt-Ulzburg. Helena II hatte vor wenigen Wochen eine überragende Stutenleistungsprüfung abgelegt und überzeugte auch in Elmshorn durch ihre besonders große Sportlichkeit und Dynamik in der Bewegung. In amerikanischen Besitz befindet sich die zweite Reservesiegerin, die top herausgebrachte  Himmel MCF v. Chin Champ-Corrado I-Cassini II (Stamm 8751), die mit gewaltiger Bewegungsmotorik ausgestattet war. Und dann gab es noch die beste Bewegungsstute. Das war Heaven M v. Ampère-Quite Capitol-Corrado I (Stamm 2151) aus der Zucht und dem Besitz von Heike Magens in Elskop. Die Stute hatte bereits in ihrer Stutenleistungsprüfung hohe Benotungen für ihren hervorragenden Bewegungsablauf erhalten. Zur Berichterstattung hatte der Vorstand des Holsteiner Verbandes Dr. Eberhard Senckenberg eingeladen. Der in diesem Jahr scheidende Landstallmeister des Haupt- und Landgestüts Schwaiganger hob in seinem Kommentar u. a. die Sportlichkeit und die Modernität der Holsteiner Stuten des Jahrgangs 2015 hervor.

Fohlenauktion

Spitzenpreis 20.000 Euro

Mit einem Durchschnittspreis 8.134,62 Euro für 26 verkaufte Holsteiner Youngster endete die Fohlenauktion anlässlich der Holsteiner Pferdetage. Den Spitzenpreis erzielte ein Tochter des Catch, der zu den Hoffnungsträgern der Hengstriege der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH zählt. Die braune Stute aus einer Casall-Quadrigo-Mutter aus der Zucht und dem Besitz von Gisela Neuhaus, Kalbe/Milde kostete 20.000 Euro. Kunden aus Frankreich ersteigerten das Spitzenfohlen, das nun in einer Zuchtstätte in Schleswig-Holstein aufwachsen soll. Zum zweitteuersten Fohlen avancierte ein Livello-Carthago-Contender-Hengstfohlen aus der Zucht und dem Besitz von Hobe Bernhard, Kollmar, das 12.500 Euro kostete. Es wurde von einem Holsteiner Fan aus Baden-Württemberg ersteigert, dessen Pferde im internationalen Springsport an den Start gehen. Zwei Fohlen kosteten 12.000 Euro: ein bewegungsstarkes Hengstfohlen v. Cascadello I-Landos-Leonid aus der Zucht und dem Besitz von Hans-Herbert Pöhlmann, Stuvenborn, und ein Comme il faut-Casall-Calato-Hengstfohlen aus der Zucht des Casall-Züchters Wilfried Thomann, Drelsdorf. Da einige Fohlen zurückgekauft wurden, war Auktionsleiter Dr. Jörgen Köhlbrandt trotz des guten Durchschnittspreises nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis: „Wir werden uns in den nächsten Tagen zusammensetzen, um die Schwachstellen aufzudecken“, sagte er im Anschluss an die Auktion.

Champions der Springpferde

Vierjährige: Unlimited

Vor zwei Jahren hatte Unlimited v. Uriko-Casall (Züchter Klaus Thiedemann, Oesterwurth) als Holsteiner Siegerhengst das Publikum in Neumünster begeistert. Jetzt setzte sich der Vierjährige aus dem Besitz der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH, Elmshorn, im Landeschampionat der Vierjährigen gegen die Konkurrenz durch. Eine 8,5 gab es von den Richtern für seine Runde unter Pashalis Ballas auf dem neuen Turnierplatz. Sie bescheinigten dem Hengst „eine sehr gute Rittigkeit, gute Reflexe am Sprung und viel Übersicht“. Zum Vizechampion mit einer 8,4 avancierte Catdaddy, ein Cascadello I-Quidam de Revel-Sohn (Gerd Ohlsen,Oevenum), der von Thomas Kleis geritten wurde. Auf Platz drei rangierte unter dem Sattel von Takashi Haase Uston v. Uriko-Clarimo (Otto Boje Schoof, Hedwigenkoog), der eine 8,3 erhielt.

Fünfjährige: Chaka Chaka

Mit der Höchstnote im ersten Umlauf, 9,0, und der zweit höchsten Note im zweiten Umlauf – 8,6 – sicherte sich Chaka Chaka v. Casall-Contender (Daniel Lehmann, CH-Ormalingen) das Championat der Fünfjährigen. Vor acht Jahren war bereits sein Vollbruder, Chijioke, Champion der Vierjährigen gewesen. „Es war sein erster Start auf M-Niveau“, freute sich seine Besitzerin und Reiterin Nina Weck, die Chaka Chaka kurz nach seiner Geburt gekauft hatte. „Chaka Chaka zeigt gute Reflexe und ist super vorsichtig“, war die Meinung der Herren am Richtertisch. Vize-Championesse wurde Dialuna v. Diarado-Quidam’s Rubin (Klaus Peter Wiepert, Neu-Ratjensdorf) unter Christian Hess, Platz drei ging an Corsall v. Connor-Lennon (Klaus Rohwedder, Goldelund) unter Felix Ewald.

Sechsjährige: Casallantum

Schon im vergangenen Jahr war Casallantum v. Casall-Quantum (Jörg Harder, Wewelsfleth) von der Hengststation Maas J. Hell als Champion (der Fünfjährigen) gefeiert worden. Bereits im Umlauf hatte der Hengst jetzt unter Takashi Haase mit einer 9,2 die Höchstnote erhalten und sich für das Stechen gegen die Uhr der neun Wertnotenbesten qualifiziert. „Sehr gutes Abfussen und sehr guter Ablauf“, so der Kommentar der Richter zu der Runde von Casallantum im Umlauf. Vize-Champion wurde Sir Gomez v. Stanfour-Landos (Max-Hermann Johannsen, Hörup) unter Claas Christoph Gröpper, der im Umlauf ebenso eine 8,3 erhalten hatte, wie der Drittplatzierte Calle Deluxe v. Cesano II-Con Air (Karl-Ernst Kruse-Sönke, Kollmar) unter Volkert Naeve.

Siebenjährige: Quibery

Dass Quibery v. Quintero-Caretino (Hobe Magens, Ottenbüttel) aus dem Besitz der Holsteiner Verbands Hengsthaltungs GmbH schnell gehen kann, hatte er bereits vor wenigen Wochen mit seinem Sieg im Youngster-Finale auf dem Hamburger Derbyplatz unter Beweis gestellt. Unter Bart van der Maat hatte der Siebenjährige, der vor zwei Jahren als Champion der fünfjährigen Springpferde gekürt worden war, auch im Stechen des Championats der Siebenjährigen die Nase vorn. Der Hengst aus dem berühmten Bühne-Stamm war mehr als zwei Sekunden schneller im Ziel als Dakota v. Cormint-Cassiano (Gunda Reese, Loop) unter Jaqueline Reese. Dritter wurde Chianti v. Cachas-Aloubé Z (ZG Jessen, Bredstedt) unter Kristin Kirchner.

Champions der Dressurpferde: Lavissaro und Casbah H

Auch bei den Dressurpferden gab es einen „Wiederholungstäter“: Der Champion der Fünfjährigen des vergangen Jahres, Lavissaro v. Lissaro-Aljano (ZG Ellerbrock, Kayhude), ließ sich unter Sonja Ellerbrock auch den Titel bei den Sechsjährigen nicht nehmen. Der Braune siegte mit einer Gesamtnote von 8,1(Trab 8,5; Schritt 7,5, Galopp 8,0; Durchlässigkeit 8,5; Gesamteindruck 8). Mit einer 7,4 avancierte Hirtenliesel v. Hirtentanz-Caretino (Udo Wagner, Angermünde) unter Karin Winter-Polac zur Vize-Championesse. Dritte wurde die von Alexander Fasch gerittene Cesca Estella v. Catoo-Cor de la Byère (Susanne Schmidt, Ahrensbök), die von den Richtern eine glatte 7 erhielt.

Vor zwei Jahren hatte Markus von Holdt im Sattel des Champions der Fünfjährigen, Claretto, gesessen. Jetzt ritt er in der gleichen Altersklasse Casbah H v. Catoo-Loutano (ZG von Gaucker/Borchardt, Hamburg) zum Sieg. Für seine Vorstellung vergaben die Richter eine Gesamtnote von 8,2 (Trab 8; Schritt 9; Galopp 8, Durchlässigkeit 8, Gesamteindruck 8). Zweite wurde die Oldenburger Stute Scarlett  v. San Amour-Comics (Erja Aholainen, Hollingstedt) unter Jan Lens mit einer 7,9, der in Holstein gekörte Totilas-Sohn Tocanto aus einer Canturo-Mutter  (Reimer Nagel, Friedrichskoog) belegte unter Catherine Meyer den dritten Platz (7,7)

Herbert Blöcker-Platz eingeweiht

Lange ist ein neuer Sandplatz für die Verbandsanlage in Elmshorn herbeigesehnt worden. Jetzt wurde das neue „Prachtstück“anlässlich der Holsteiner Pferdetage vom 1. Vorsitzenden des Verbandes, Thies Beuck, eingeweiht. Er heißt nun Herbert Blöcker-Platz. Benannt nach einem Mann, der seine internationale Karriere in Elmshorn begonnen hat, der sich hier auf seine großartigen Erfolge im Vielseitigkeitssport vorbereitet hat. Die Witwe des 2014 viel zu früh verstorbenen Herbert Blöcker, Rita Blöcker, bedankte sich bei der feierlichen Enthüllung des Gedenksteines am Einritt des neuen Platzes mit Worten, die ihr Mann wohl gesagt hätte: „Dat is schön, ha aber nich nötig don“…

Zuvor war es Thies Beuck ein ganz besonderes Anliegen gewesen, den zahlreichen Sponsoren und Spendern zu danken: „Ohne sie hätte es den Platz wohl kaum gegeben“, sagte er und erwähnte stellvertretend für alle die Familie Wolfgang Herz und Manfred von Allwörden.

Eigentlich sind es zwei Plätze, ein Turnierplatz 90 m x 60 m und – durch einen Wall getrennt – ein Abreiteplatz, der 50 m x 60 m groß ist, die im Innenraum der ehemaligen Elmshorner Trabrennbahn entstanden sind.  Der Sandboden des Platzes, ein sogenanntes „Ebbe und Flut-System“, gewährleistet eine hohe Trittsicherheit der Pferde, die auf diesem Boden durch die gleichbleibende Feuchtigkeit sicher Auf- und Abfussen können.  Auch nach heftigen Niederschlägen ist der Platz sofort wieder bereitbar. Und die am Rand stehenden Zuschauer – aber auch die Pferde – können sich darüber freuen, dass sie nicht von Staubwolken eingenebelt werden. „Das ist eine Mega-Anlage geworden“, meinte Christian Hess, der vor allem heraushob, dass Abreiteplatz und Turnierplatz den gleichen Boden hätten. „Das ist meistens nicht der Fall“, sagte er.

Der Sandplatz wird auch Reitern und Züchtern von außerhalb für Trainingszwecke zur Verfügung stehen. Nach vorheriger Anmeldung können sie ihn jeweils am Montag (von 16 bis 19 Uhr), Mittwoch (13 bis 19 Uhr) und Freitag (16 bis 19 Uhr) gegen ein Entgelt von 10 Euro pro Pferd bzw. 50 Euro pro Stunde für Mitglieder des Holsteiner Verbandes und 15 Euro pro Pferd bzw. 90 Euro pro Stunde für Nicht-Mitglieder nutzen.

Vor rund einem Jahr ist mit dem Bau des Platzes, der rund 500.000 Euro gekostet hat, begonnen worden. Finanziert wurde er u. a. durch Eigenmittel des Holsteiner Verbandes und den Mitgliedern, die auf ihr Guthaben beim Verband verzichtet haben.

Grußworte gab es an diesem Nachmittag nicht nur vom Verbandsvorsitzenden Thies Beuck, sondern auch vom Bürgermeister der Stadt Elmshorn, Volker Hatje (parteilos), und Heiner Rickers, pferdeaffiner CDU-Landtagsabgeordneter. Volker Hatje begrüsste es sehr, „dass der Holsteiner Verband mit diesem Platz sein Angebot an die Reiter aus Schleswig-Holstein erweitert hat“. Und Heiner Rickers, der die Grüße des Ministerpräsidenten Daniel Günther überbrachte, meinte, dass dieser Platz ein „Aushängeschild für Schleswig-Holstein als das Pferdeland“  sei. Für die Aktiven ergriff Harm Sievers das Wort: „Der Bau des Platzes, der auch internationalen Ansprüchen genügt, war ein Schritt in die richtige Richtung“ sagte er.

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