Das große Derby-Duell: Klug gegen Wöhler

Das große Derby-Duell: Klug gegen Wöhler

Vierter Lauf der German Racing Champions League in Hamburg

Hamburg, 28. Juni 2018 – Wer gewinnt das IDEE 149. Deutsches Derby? Wer der Statistik vertraut, kommt bei der Beantwortung dieser Frage an zwei Männern nicht vorbei: Markus Klug und Andreas Wöhler. In den vergangenen sieben Jahren haben sie vier Mal den Derbysieger gestellt und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dies auch 2018 der Fall sein wird.

Das Deutsche Derby wird seit 1869 – mit einigen wenigen Ausnahmen – in Hamburg-Horn ausgetragen. Mit einem Preisgeld von 650.000 Euro ist es das am höchsten dotierte Rennen in Deutschland, allein das Siegerteam erhält 390.000 Euro. Es dürfen nur dreijährige Hengste und Stuten laufen, alle Starter tragen das gleiche Gewicht von 58 Kilo, die Distanz führt über 2.400m. Die Gruppe 1-Prüfung ist der vierte Lauf der deutschen Rennserie German Racing Champions League und das Rennen, das jeder mindestens einmal im Leben gewinnen will.

Dem heute 56-jährigen Andreas Wöhler gelang dies erstmals 1992 ganz zu Beginn seiner Trainerkarriere – mit Pik König für „Kaffekönig“ Albert Darboven, dessen Unternehmen als Sponsor des Derbys auftritt. Drei weitere Derbysiege folgten für Wöhler – 1999 mit Belenus, 2011 mit Waldpark und 2016 mit Isfahan. In diesem Jahr stellt der auf dem Gestüt Ravensberg bei Gütersloh ansässige Trainer mit Royal Youmzain den Derbyfavoriten. Zwei souveräne Gruppen-Siege in München und Baden-Baden machten den Hengst im Besitz von Dubai-Geschäftsmann Jaber Abdullah dazu. Mit Aldenham, Chimney Rock und Zargun hat Wöhler noch drei weitere Eisen im Feuer.

Vier Derbystarter könnte auch Markus Klug aufbieten: Destino, Star Man, Valaini und Weltstar. Letzterer hat sich mit dem Erfolg im Oppenheim Union-Rennen (Gr.2), dem dritten Lauf der Champions League, ins Rampenlicht gebracht. Zuvor war er Vierter im Mehl-Mülhens-Rennen (Gr.2) und Zweiter im Dr. Busch-Memorial (Gr.3). Der 42-jährige Klug wählte für Weltstar die „klassische“ Route ins Derby. Der Hengst im Besitz und aus der Zucht des Gestüts Röttgen ist der Halbbruder von Windstoß, der im Vorjahr das Derby gewann. Es war der zweite Derbysieg für Klug nach 2014 mit Sea The Moon. Auch Destino aus dem Gestüt Park Wiedingen, Zweiter in der Union und Bruder des „Galopper des Jahres 2017“, Dschingis Secret, werden beste Chancen eingeräumt.

Klug, der auf dem Gestüt Röttgen in Heumar bei Köln arbeitet, hat sich zur dominanten Trainerfigur im deutschen Galoppsport entwickelt. Seit 2014 wurde er drei Mal Champion seiner Zunft, das heißt, er sammelte die meisten Siege in Deutschland pro Saison. Aber vor allem beherrscht Klug die sportlich und züchterisch besonders wertvollen Gruppe-Rennen. 2017 gewann er elf dieser Prüfungen – genau ein Viertel aller deutschen Gruppe-Rennen. In diesem Jahr hat er schon sechs Siege verbucht. Seit 2014 sind es insgesamt 31. 

Besser war in diesem Zeitraum nur der dreifache Champion-Trainer Wöhler mit 41 Erfolgen, der vor allem 2015 mit einem Dutzend Siege und 2016 mit 13 Treffern prägte. Darüber hinaus feierte Wöhler 2013 große internationale Triumphe mit Novellist in Paris und Ascot sowie 2014 mit Protectionist im australischen Melbourne Cup feierte. In der laufenden Saison konnte Wöhler immerhin schon vier Gruppe-Siege verbuchen.

Trotz der aktuellen Vorherrschaft von Klug und Wöhler sollte man allerdings nie die Worte des erfolgreichsten deutschen Trainers aller Zeiten, Heinz Jentzsch (acht Derbysiege), vergessen: „Das Derby ist das verrückteste Rennen des Jahres.“ Sprich Überraschungssiege sind keineswegs so überraschend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.