Wai Key ist der Star in Iffezheim – Münchener Gast bezwingt den Favoriten Va Bank nach packendem Fight

Wai Key ist der Star in Iffezheim – Münchener Gast bezwingt den Favoriten Va Bank nach packendem Fight

Bemerkenswerter Triumph für die Münchener Jungtrainerin Sarah Steinberg (30) am Samstag vor 8.400 Zuschauern zum Auftakt der Großen Woche auf der Galopprennbahn Baden-Baden-Iffezheim: Der von ihr für den Stall Salzburg trainierte Wai Key Star (87:10) gewann unter dem französischen Jockey Bertrand Flandrin überraschend den 63. Preis der Sparkassen-Finanzgruppe (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.000 m). Mit dem hauchdünnen Vorsprung von einem kurzen Kopf zwang der fünfjährige Soldier Hollow-Sohn den Favoriten Va Bank in die Knie.

Erst seit diesem Jahr startet Wai Key Star für Steinberg, der hier 2016 noch unter der Regie von Andreas Wöhler das Derby Trial gewonnen hatte. Viel Geduld hatte der Derby-Vierte von damals und Dritte des Großen Preises der Badischen Wirtschaft 2017 erfordert, doch nach einem vorsichtigen Aufbau meldete er sich nun wieder in einstiger Glanzform zurück.

Unterwegs hielt sich Bertrand Flandrin, der in der Vergangenheit bei Lennart Hammer-Hansen in Iffezheim arbeitete, ehe er in seine Heimat Frankreich nach Lyon zurückkehrte, mit Wai Key Star an sechster Stelle des von Yaa Salaam vor Palace Prince und Emerald Master angeführten Feldes. Der Favorit Va Bank hatte an vierter Stelle ein ideales Rennen, auch Itobo mischte mit, während Devastar diesmal nie nach vorne kam und am Ende auszumachen war.

Dramatischer Zweikampf

Auf der Zielgeraden entwickelte sich ein dramatischer Zweikampf zwischen dem lange bestechend gehenden Va Bank und Wai Key Star, der außen nachsetzte. Beide Pferde schenkten sich keinen Meter, und mit einer großen Energieleistung streckte Wai Key Star schließlich den Kopf nach vorne gegen Va Bank, der nach dem Erfolg 2016 nun mit Platz zwei vorlieb nehmen musste.

32.000 Euro Siegprämie wandern auf das Konto von Schlafmöbel-Unternehmer Hans-Gerd Wernicke, es war beim 14. Start der vierte Sieg für Wai Key Star, der seine Gewinnsumme auf 187.380 Euro steigerte.

Siegjockey Bertrand Flandrin in einem ersten Statement: „Ich hatte das Pferd noch nie vorher geritten, mir aber einige Videos von ihm angeschaut. Daher wusste ich, dass er einen langgezogenen Speed besitzt. Wir hatten ein perfektes Rennen. Ich habe darauf geachtet, dass ich mit ihm nicht zu früh, aber auch nicht zu spät vorne war.“

Weitere Route noch offen

Trainerin Sarah Steinberg erklärte: „Heute hat einfach alles gepasst, denn er ist ein sehr launisches Pferd. Wai Key Star kam der weiche Boden entgegen. Der Jockey hat lange genug gewartet. Da in Baden-Baden die Top-Reiter schon gebucht waren, haben wir Bertrand Flandrin verpflichtet. Ein gutes Laufen hatte ich erwartet, aber nicht, dass er gegen Va Bank gewinnen würde. Er hat toll gekämpft. Wir werden erst einmal abwarten, wie er das Rennen verkraftet und dann entscheiden, wo wir weitermachen.“

Va Bank unterlag in allen Ehren. Jockey Eduardo Pedroza: „Er ist wieder seine Form ausgelaufen, aber natürlich hätten wir gerne gewonnen. So waren wir ganz knapp Zweiter.“ Und Trainer Andreas Wöhler verriet: „Va Bank hätte einen Sieg in dieser Klasse wirklich einmal verdient. Er ist wieder gut gelaufen, aber es ist schon großes Pech, so knapp zu verlieren.“

Itobo weiter stark verbessert

Prächtig verbessert ist weiterhin Itobo, der als Dritter seine bisher beste Vorstellung bot. „Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung. Leider hing er auf den letzten 200 Metern etwas nach rechts, doch er wird bald ein Grupperennen gewinnen. Ein sehr gutes Pferd“, so Jockey Marco Casamento. Trainer Hans-Jürgen Gröschel fügte hinzu: „Zuletzt in Hamburg war er zu früh in Front. Heute sind wir sehr stolz auf diese Vorstellung. Er war etwas allein für sich auf seiner Seite, doch es gibt nichts auszusetzen, alles war prima.“

Der Dreijährige Emerald Master hielt aus dem Vordertreffen als Vierter gut stand. Sein Betreuer Mario Hofer: „Ich bin sehr angetan von dieser Leistung. Er hat gezeigt, dass er in diese Klasse gehört.“

Der hochgehandelte Devastar blieb als Fünfter diesmal unter den Erwartungen. Trainer Markus Klug: „Heute war nicht so sein Tag, er hat mir schon nach dem Start nicht so gefallen. Ihm fehlte etwas die Frische, aber er hat ja diese Saison schon einiges geleistet.“ Auch der Bahnspezialist Palace Prince blieb als Siebter blass. „So schlecht ist er noch nie hier gelaufen. Irgendetwas kann nicht stimmen, das werden wir analysieren“, stand Trainer Jean-Pierre Carvalho vor einem Rätsel.

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