Favoritin Raven’s Lady holt die Goldene Peitsche von Iffezheim nach England

Favoritin Raven’s Lady holt die Goldene Peitsche von Iffezheim nach England

Kompletter ausländischer Triumph vor 11.000 Zuschauern in einem atemberaubenden Rennen: In der 148. Casino Baden-Baden Goldene Peitsche (Gruppe II, 70.000 Euro, 1.200 m), der bedeutendsten deutschen Sprint-Prüfung am Sonntag auf der Galopprennbahn in Baden-Baden-Iffezheim, gewann die von Marco Botti in Newmarket/England trainierte vierjährige Stute Raven’s Lady als 26:10-Favoritin mit dem französischen Jockey-Altmeister Gerald Mossé (51)  mit einem kurzen Kopf Vorteil gegen den österreichischen Riesenaußenseiter Pretorian und den Franzosen Bakoel Koffie.

Es war ein Finish, das die Besucher bei strahlendem Sonnenschein von den Sitzen riss: Raven’s Lady, die der lautstark jubelnden vielköpfigen Besitzergemeinschaft Heart Of The South Racing 105 und Partner (15 Personen waren angereist) den begehrtesten hiesigen Ehrenpreis (eine vergoldete Peitsche) bescherte, kämpfte sich von sechster Position mit gewaltiger Energieleistung hauchdünn an dem nie aufgebenden Pretorian (210:10) vorbei, der nicht schlechter als die Siegerin ging.

Damit setzte sich Raven’s Lady beim 17. Start zum sechsten Mal in Szene und steigerte ihre Gewinnsumme mit den nun verdienten 40.000 Euro auf 163.599 Euro. Zuletzt hatte sie mit den Summer Stakes eine Gruppe III-Prüfung in York gewonnen, weshalb sie hier im internationalen Zwölfer-Feld so deutlich favorisiert worden war.

Mossé mit Klasse-Finish

Siegjockey Gerald Mossé, der schon vor wenigen Wochen in Hamburg eine Gruppe-Prüfung für sich entschieden hatte, erklärte: „In solch einem großen Rennen muss man stets besonders konzentriert sein und das Pferd auf gerader Spur halten. Zuviele Korrekturen sollte man vermeiden. Daher habe ich auf den Gebrauch der Peitsche verzichtet und versucht, die Nase in Front zu halten. Ich war schon oft knapp geschlagen, aber das kommt irgendwann zurück, nun haben wir knapp gewonnen. Raven’s Lady war vielleicht etwas früh in Front, aber ich blieb bis zum Schluss fokussiert, und es hat geklappt.“

Trainer Marco Botti lobte den Jockey: „Es war ein brillianter Ritt von Gerald Mossé, der einen großen Anteil an diesem Sieg hat. Ich war schon etwas beunruhigt, da er einiges tun musste, aber sie hat bestens gekämpft. Sie ist eine sehr zähe Stute.“

Filip Minarik , der Jockey von Pretorian (zuletzt schon Zweiter in einem Listenrennen in Hoppegarten), war trotz der hauchdünnen Niederlage nicht enttäuscht: „Das Pferd gab nie auf, hat immer gekämpft und ist sehr gut gelaufen. Der Sieger war aber einfach besser.“

Zufriedenheit herrschte auch im Lager des Drittplatzierten Bakoel Koffie, der zwei Längen hinter dem kämpfenden Duo einkam. „Das war eine sehr gute Leistung, der Hengst hat tollen Speed gezeigt. Ich bin sehr happy mit dem dritten Platz“, verriet Jockey Tony Piccone.

Millowitsch bester Deutscher

Bester Deutscher war der Mitfavorit Millowitsch als Vierter, doch mehr war diesmal für ihn nicht möglich. Jockey Andreas Helfenbein: „Er hat wieder sein Bestes gegeben, aber 1.200 Meter sind etwas zu kurz, und auch die Startbox war nicht optimal. Dennoch bin ich zufrieden, er war das beste deutsche Pferd.“ Trainer Markus Klug sagte: „Die Startbox ganz innen war natürlich ein Nachteil, da nur außen gewonnen wurde. Auch ist diese Strecke am unteren Limit für ihn.“

Die anderen Pferde besaßen keine ernsthafte Chance, darunter auch Julio, der im Mitbesitz von Timo Horn (Torhüter des 1.FC Köln) steht und den letzten Platz belegte. Sein Reiter Alexander Pietsch signalisierte: „Wir sind schon etwas enttäuscht. Ich vermute, dass Julio an der Geraden Bahn gescheitert ist.“

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