Baden-Baden: Griezmann-Pferd Tornibush im Pech

Baden-Baden: Griezmann-Pferd Tornibush im Pech

Packendes Finale im 85. Darley Oettingen-Rennen (Gruppe II, 70.000 Euro, 1.600 m) am Donnerstag auf der Galopprennbahn in Baden-Baden: Der von Jean-Pierre Carvalho für den Stall Ullmann vorbereitete dreijährige Hengst Ancient Spirit, der 2018 auch das klassische Mehl-Mülhens-Rennen in Köln gewonnen hatte, verteidigte unter Champion Filip Minarik Start-Ziel seinen Vorsprung und überstand auch eine Überprüfung durch die Rennleitung.

Auf der Zielgeraden lief der 24:10-Favorit nach außen in die Spur des bestens gehenden Tornibush, des im Mitbesitz von Fußball-Star Antoine Griezmann (Weltmeister mit Frankreich, beschäftigt bei Atletico Madrid) stehenden Gastes. Tornibush geriet völlig aus dem Schwung, auch Degas wurde etwas in Mitleidenschaft gezogen, doch die Entscheidung der Rennleitung, das Ergebnis so zu belassen, war sicher korrekt.

Rennleitung: „Wir hatten erhebliche Zweifel“

Die Begründung der Stewards: „Circa 300 Meter vor dem Ziel wich Ancient Spirit in die Spur des Viertplatzierten Tornibush und zwingt ihn zu einem Spurwechsel. Er war im Ziel zweieinviertel Längen hinter Ancient Spirit. Wir haben erhebliche Zweifel, ob Tornibush ihn ohne die Behinderung geschlagen hätte.“

Mit einer dreiviertel Länge Vorsprung raufte sich Ancient Spirit ins Ziel und feierte beim siebten Start seinen dritten Erfolg. Mit den hier verdienten 40.000 Euro steigerte der Invincible Spirit-Sohn seine Gewinnsumme auf 150.900 Euro. Eigentlich standen Verkaufsverhandlungen mit australischen Interessenten kurz vor dem Abschluss, doch wurde man sich (noch) nicht einig. „Jetzt müssen sie noch etwas drauflegen“, sagte General Manager Gebhard Apelt. „Ancient Spirit mangelt es noch etwas an Erfahrung. Aber dort, wo Olivier Peslier mit Tornibush angriff, war auch kein Platz.“

Siegtrainer Jean-Pierre Carvalho in einem ersten Statement: „Es war kein Frontrenner im Rennen, daher hat sich Ancient Spirit das Rennen selbst gemacht, was ich in diesen Fällen gerne so habe, dann braucht man auch nicht nach Entschuldigungen zu suchen. Er war etwas allein für sich und ist noch unerfahren, daher kam er etwas aus der Spur, hat aber großartig gekämpft.“

Jockey Filip Minarik ergänzte „Heute hat er sich wieder anders präsentiert als in Köln, war viel ruhiger als damals. Ich habe früh die Entscheidung gesucht, gekämpft hat er wie ein Löwe. Er suchte etwas Anlehnung an den Rails.“

Degas mit großem Endspurt

Mit gewaltigem Speed rauschte Eckhard Saurens Degas noch vom letzten auf den zweiten Platz. Trainer Markus Klug: „Ich war etwas skeptisch wegen des weichen Bodens, aber Degas ist ein starkes Rennen gelaufen. Leider wurde er in einer Kettenreaktion behindert.“

Reiter Adrie de Vries sah es ähnlich: „Durch den Spurwechsel, den Tornibush nach der Behinderung von Ancient Spirit machen musste, sind wir stark gestört worden. Degas packte groß an. Ich habe einen Moment gedacht, es könnte zum Sieg reichen. Wenn wir außen hätten kommen können, hätte es vielleicht geklappt.“

Nur einen weiteren Hals zurück schien Wonnemond lange noch mehr zu erreichen, wurde am Ende Dritter. Jockey Bayarsaikhan Ganbat: „Er ist ein tolles Rennen gelaufen. Ich hatte geglaubt, dass wir den Sieger stellen könnten, doch der Rennverlauf war nicht günstig. Möglicherweise hätten wir ansonsten gewonnen.“

Tornibush war als Vierter der Unglücksrabe der Prüfung. Jockey Olivier Peslier war denn auch entsprechend bedient: „Ich habe das beste Pferd geritten. Als ich angegriffen habe, war außen genug Platz, als der Gegner uns gekreuzt und den Weg zugemacht hat. Das ist sehr bitter.“

Waldpfad musste aus idealer Lage früh passen und spannte als Fünfter und Letzter aus. Sein Betreuer Andreas Wöhler: „Wir hatten überlegt, ob wir ihn auf dem weichen Boden laufen lassen. Eddie hat bestätigt, dass er sich auf diesem Geläuf nicht wohl gefühlt hat. In dieser Klasse muss natürlich alles passen.“

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