WM Einspänner: Platz vier für deutsche Mannschaft

WM Einspänner: Platz vier für deutsche Mannschaft

Kronenberg/NED (fn-press). Die deutschen Einspänner haben bei den Weltmeisterschaften der Einspänner und der Para-Fahrer im niederländischen Kronenberg den vierten Platz belegt und konnten ihren Titel von 2016 somit nicht verteidigen. Für Philipp Faisst (Schwanau) mit Ann in Time GW, Dieter Lauterbach (Dillenburg) mit Dirigent und Jovanca Marie Kessler (Friedewald) mit FST Enfado P lief nicht alles optimal bei der WM, da sie den kurzfristigen Ausfall von Teammitglied Marlen Fallak und FST Tessa kompensieren mussten. Die Para-Fahrer gewannen wie schon 2016 wieder die Silbermedaille. 

In der Einzelwertung der Einspänner kam Dieter Lauterbach, Weltmeister von 2016, als bester Deutscher auf Platz fünf. Weltmeister wurde der Pole Bartlomiej Kwiatek mit Sonet, genau zehn Jahre nach seinem ersten Weltmeistertitel 2008. Mannschafts-Gold gewann das Team aus den Niederlanden (283,87 Strafpunkte), vor den Franzosen (287,73) und der Mannschaft aus Polen (293,44). Mit 298,93 Strafpunkten belegte das deutsche Team Platz vier vor den Schweizern (306,36) auf Platz fünf. Insgesamt stellten elf Nationen eine Mannschaft bei der WM der Einspänner.

„Unter schwierigsten Bedingungen haben am Ende alle ordentliche Leistungen gebracht“, sagte Equipechef Fritz Otto-Erley. Damit bezog er sich auf den Ausfall von Marlen Fallak und ihre erfahrene Stute FST Tessa, die vor zwei Jahren zum Gold-Team gehörten. Kurz vor dem Start der WM lahmte Tessa dann plötzlich und musste aufgrund eines Hufgeschwürs die Heimreise aus Kronenberg antreten. Kurzfristig rückte Reservefahrer Jens Chladeck mit Cheyenn nach, er reiste erst am Abend vor der Verfassungsprüfung aus Viernheim in Hessen an und startete als Einzelfahrer. „Mit dem Ausfall von Tessa fehlte uns ein ganz wichtiges Dressurergebnis, Marlen und Tessa können so eine Dressur gewinnen und holen auch einfach mal zehn Punkte mehr als andere“, so Otto-Erley. 

Nach der Dressur lag das deutsche Team noch auf Rang fünf. Bester deutscher Fahrer war hier Dieter Lauterbach, der mit seinem routinierten Dirigent Platz 13 belegte. Im Gelände lief es dann besser. „Wir haben starke Marathonfahrer“, hatte Wolfgang Lohrer, Bundestrainer der Ein- und Zweispänner noch am Tag zuvor gesagt und er sollte Recht behalten. Einzelfahrer Jens Chladek belegte Rang drei in der Geländeprüfung. Die Plätze vier und sechs gingen im Gelände an die beiden Mannschaftsfahrer Philipp Faißt mit Ann in Time G.W. und Dieter Lauterbach mit Dirigent. Damit machten alle drei auch in der Zwischenwertung einige Plätze gut. 

Aber im Hindernisfahren blieben dann nicht alle Bälle auf den Kegeln liegen. Bei Dieter Lauterbach fiel nur ein Ball, so dass er sich von Platz sieben auf Platz fünf verbesserte und damit als bester Deutscher die WM beendete. Beim zweiten Mannschaftsfahrer Philipp Faißt fielen zwei Bälle, so dass er mit sechs Strafpunkten ins Ziel kam und am Ende Platz acht in der Einzelwertung belegte. Die dritte Mannschaftsfahrerin, die 22-jährige Jovanca Marie Kessler, die eigentlich als Einzelfahrerin starten sollte und durch den Ausfall von Marlen Fallak ins Team nachgerückt war, beendete ihre erste Einspänner-WM auf Platz 17. Jovanca Kessler und Enfado P waren im vergangenen Jahr noch Weltmeister der Jungen Fahrpferde. „Wir hatten uns von diesem Weltmeister-Paar auch in der Dressur deutlich bessere Noten erhofft, zwar hatte sie auch einen kleinen Fehler, aber warum die Richter die Dressurvorstellung der beiden insgesamt nicht so gut bewertet haben, weiß ich auch nicht“, so Otto-Erley. Platz 27 war ihr Dressurergebnis, im Gelände belegten sie Platz 25. Den Kegelparcours beendeten Kessler und Enfado P dann mit 4,41 Strafpunkten. 

Die einzige deutsche Null-Runde im Kegelparcours zeigte Jens Chladek mit seiner Stute Cheyenn. Nach Platz drei im Gelände und einer eher mäßigen Dressurvorstellung (Platz 74) belegte er am Ende Rang 15. Die andere deutsche Einzelfahrerin Claudia Lauterbach beendete mit FST Velten den Kegelparcours mit 5,05 Strafpunkten und belegte Rang zehn. Nur acht Fahrern der 82 Teilnehmer gelang eine fehlerfreie Runde durch den WM-Parcours. Hinter Weltmeister Kwiatek aus Polen ging die Silbermedaille an die Niederländerin Saskia Siebers, Bronze an die Französin Marion Vignaud. „Wir sind schon enttäuscht, es war einfach nicht unser Wochenende“, so der Bundestrainer der Ein- und Zweispänner Wolfgang Lohrer. 

Silber für deutsche Para-Fahrer
Ihren Vize-Titel konnten dagegen die deutschen Para-Fahrer erfolgreich verteidigen. Das Silber-Team von 2016 mit Heiner Lehrter (Mettingen) mit Dashwood, Markus Beerhues (Langenberg) mit Dolero B und Alexandra Röder (Sankt Augustin) mit Equistar Lucie wurde hinter den Niederländern wieder Vize-Weltmeister. Bronze ging an das Team aus Großbritannien. Heiner Lehrter, der vor zwei Jahren im niederländischen Beesd Gold gewonnen hatte, konnte mit Pony Dashwood in der Einzelwertung des Grade I dieses Mal die Silbermedaille mit nach Hause nehmen. Neuer Weltmeister wurde der Niederländer Jacques Poppen.

Ebenfalls Silber – wie auch schon 2016 – gewann Mannschaftsfahrerin Alexandra Röder in Grade II. Der dritte deutsche Mannschaftsfahrer Markus Beerhues belegte in Grade I den sechsten Platz, Einzelfahrerin Patrizia Großerichter (Steinfeld) mit Dornik Star kam auf Rang 13. Torsten Röder (Hamminkeln) und Negroni, der wie Alexandra Roeder in Grade II startete, beendeten die WM der Para-Fahrer auf Rang neun. evb

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