Ergebnisse FN-Ausbilderumfrage

Ergebnisse FN-Ausbilderumfrage

Warendorf (fn-press). Aus- und Fortbildung stehen bei Ausbildern hoch im Kurs. Dennoch: flexiblere Qualifikationsangebote sind gewünscht und digitale Fortbildungen werden noch wenig genutzt. Das ergab eine Online-Umfrage, in der das Horse Future Panel im Auftrag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) Ausbilder um ihre Meinung gebeten hat. Ziel der FN-Umfrage: Das Aus- und Fortbildungsangebot für Ausbilder zu optimieren. Insgesamt nahmen rund 1.200 Ausbilder an der Online-Umfrage teil. Im Durchschnitt haben die Befragten mehr als 14 Jahre Ausbildererfahrung. An der Umfrage beteiligten sich vor allem Amateurausbilder. Trainer C, B, A machen 90 Prozent der Umfrageteilnehmer aus.

Besonders erfreulich ist, dass die Ausbilder Fort- und Weiterbildung als einen wichtigen und festen Bestandteil ihrer Ausbildertätigkeit sehen. So gab rund die Hälfte der befragten Ausbilder an, in den nächsten zwölf Monaten eine weitere Qualifikation zu erwerben. Dazu zählt sowohl der Erwerb einer nächsthöheren Lizenzstufe als auch die fachliche Spezialisierung durch Ergänzungsqualifikationen. 88 Prozent der Ausbilder bilden sich sehr häufig (vier bis fünf Stunden/Monat) bzw. häufig (zweimal pro Jahr für vier bis fünf Stunden) fort. Seminare sind die am häufigsten gewählte Fortbildungsform, um sich über aktuelle Ausbilderthemen zu informieren. Da die Ausbilder ihre Tätigkeit jedoch größtenteils nebenberuflich bzw. ehrenamtlich ausüben, ist es für viele schwierig, Seminare am Nachmittag in der Woche zu besuchen. „Das ist eine Erkenntnis dieser Umfrage. Wir müssen Fortbildungsveranstaltungen in Zukunft noch flexibler in Uhrzeit und Wochentagen anbieten, so dass es für berufstätige Ausbilder, die im Anschluss an ihren Arbeitstag noch in der Reitbahn stehen und Unterricht geben, leichter wird Fortbildungsveranstaltungen zu besuchen“, sagt Eva Lempa-Röller, als Referentin in der FN-Abteilung Ausbildung und Wissenschaft, zuständig für die Trainerausbildung.

Überraschend ist es, dass trotz der zunehmenden Digitalisierung und Technisierung das Lesen von Lehrbüchern und Fachartikeln häufiger zur Fortbildung genutzt wird als digitale Medien wie zum Beispiel das FN-Trainerportal auf der FN-Homepage, der Ausbildungsnewsletter der FN, die unterschiedlichen Social-Media Kanäle der FN, Webinare der FN sowie Angebote von anderen Online-Videoportalen. Das erklärt sich laut Umfrage damit, dass zum einen viele Angebote den Ausbildern nicht bekannt sind oder inhaltlich nicht das anbieten, was gebraucht wird. Zum anderen scheitert es aus technischen Gründen. „Wir werden unsere digitalen Ausbilder-Angebote noch stärker bewerben und leichter zugänglich machen“, sagt Eva Lempa-Röller. Der Ausbau digitaler Fortbildungsangebote könnte auch genutzt werden, um Fortbildungen flächendeckend deutschlandweit anbieten zu können. Denn: „Ein erschreckend hoher Prozentsatz – 74 Prozent – gibt an, dass in ihrer Region aktuell nicht genügend Fortbildungen angeboten werden, die für sie interessant sind und die sie zur Verlängerung ihrer DOSB- bzw. BLSV-Lizenz brauchen.“

In der Umfrage wurde auch nach Themenwünschen für Ausbildungsangebote gefragt. Neben fachspezifischen Themen gibt es ein hohes Interesse an sportartübergreifenden Inhalte wie mentales Training, Haftung und Versicherung oder Konfliktmanagement. Dennoch bevorzugen die meisten Ausbilder Fortbildungen zur praktischen Unterrichtserteilung. Aber auch hier gibt es den deutlichen Wunsch, mehr Themen im Bereich Basisausbildung anzubieten wie für die große Zielgruppe Anfänger (Kinder, Jugendliche und Erwachsene). Überhaupt hat die Umfrage gezeigt, wie vielseitig und heterogen die Zielgruppen sind, mit denen es Ausbilder zu tun haben: Jugendliche (79 Prozent), Erwachsene (72 Prozent), Kinder (61 Prozent) und Menschen mit Behinderung (35 Prozent). „Man kann sich vorstellen, vor welcher Herausforderung Ausbilder stehen, um zielgruppenspezifisch und passgenau zu unterrichten“, sagt Eva Lempa-Röller. Darüber hinaus regten die Umfrage-Teilnehmer an, neben dem klassischen Reiten auch Fortbildungsangebote für andere Disziplinen (Fahren und Voltigieren) und Reitweisen der Anschlussverbände (Erste Westernreiter Union (EWU), Island-Pferde-Zucht-Verband (IPZV)) zu verstärken.

Das FN-Trainerportal als digitales Rund-um-die-Uhr-Fortbildungsangebot kommt insgesamt positiv an. 29 Prozent der befragten Ausbilder kennen das Portal. Knapp 70 Prozent von ihnen würden das FN-Trainerportal an einen Freund oder Bekannten weiterempfehlen. Am meisten werden die „Best practice“-Beispiele sowie die Tipps für die Unterrichtserteilung genutzt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass noch mehr Videos zur Unterrichtserteilung gewünscht werden.

„Abschließend kann man festhalten, dass unter den Ausbildern eine große Bereitschaft besteht, sich fortzubilden. Obwohl die FN gemeinsam mit den Landespferdesportverbänden bemüht ist, ein möglichst flächendeckendes und inhaltlich breit aufgestelltes Fortbildungsangebot zu organisieren, hat die Umfrage gezeigt, dass es in manchen Regionen und zu bestimmten Themenbereichen noch Bedarf an Fortbildungen jeglicher Art gibt“, fasst Eva Lempa-Röller die Umfrageergebnisse zusammen. Die ausführlichen Umfrageergebnisse finden sich hierEva Zehnder/Bo

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