Whispering Angel ist die Queen der zweijährigen Stuten

Whispering Angel ist die Queen der zweijährigen Stuten

Whispering Angel (46:10-Mitfavoritin) ist die „Queen“ der zweijährigen Stuten in Deutschland: Die im Besitz des Gestüt Park Wiedingen stehende Soldier Hollow-Tochter gewann am Sonntag auf der Galopprennbahn in Baden-Baden vor 6.500 Zuschauern den Ittlingen – Preis der Winterkönigin (Gruppe III,105.000 Euro, 1.600 m) und bescherte unter Jockey Martin Seidl Trainer-Champion Markus Klug den vierten Erfolg hintereinander in diesem Prestigerennen.

Dank der lange wie die Siegerin aussehenden Akribie stellte Klug sogar die beiden Erstplatzierten. Es war ein packender Rennverlauf in der bedeutendsten hiesigen Prüfung für die jungen Ladies. Bis weit in die Zielgerade hinein schien die Entscheidung zwischen der stets prominenten Ivanka und der außen aufgezogenen Akribie zu liegen. Aber als Mitte der Geraden Martin Seidl den Turbo von Whispering Angel zündete, schob sich die schon bei ihrem Debüt in Hannover sehr imponierende Stute noch sehr sicher mit einer halben Länge in Front, doch brach sie dabei zur Seite weg und kam Sharoka mächtig ins Gehege. Da diese aber nur Fünfte wurde, sah die Rennleitung richtigerweise von weiteren Konsequenzen ab. 60.000 Euro betrug der Siegpreis für das Gestüt Park Wiedingen, Whispering Angel bleibt damit nach zwei Starts ungeschlagen und ist eine große Hoffnung für die Klassiker 2019.

Markus Klug, der nach der Abmeldung von Waldblümchen fünf Ladies gesattelt hatte, erklärte über die beiden Erstplatzierten: „Es war bei Whispering Angel eigentlich nicht geplant, so weit hinten so gehen, aber sie hatte eine äußere Startnummer und musste dann etwas weggenommen werden. Auf der Zielgeraden war sie noch etwas unreif und hat bei ihrer Seitwärtsbewegung sicherlich Sharoka den dritten Platz gekostet. Akribie hat ebenfalls eine tolle Partie geliefert.“

Siegjockey Martin Seidl meinte: „Wir hatten eine sehr ungünstige Startnummer an der Außenseite, daher kamen wir zunächst auch nichts ins Vordertreffen. Ich habe sie hinten eingeparkt und 500 Meter vor dem Ziel angegriffen. Sie hat Mitte der Geraden etwas gewackelt. Vielleicht hat sie da etwas irritiert. Sie ist ein Klassepferd.“

Akribies Partner Maxim Pecheur verriet: „Wir hatten ein Top-Rennen und konnten auf der besten Spur angreifen. Es lief alles ungestört ab. Die Gegnerin war am Ende einen Tick besser.“

Ivanka blieb als Dritte bestens dabei, auch ihr Team war sehr angetan von der Vorstellung: „Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis. Unterwegs war das Tempo zu langsam, deshalb hab ich mich an die Spitze gesetzt. Sie hat in der Geraden gut angezogen“, so Jockey Bauyrzhan Murzabayev. Racing Manager Wilhelm Feldmann fügte hinzu: „Wir sind mit dem dritten Platz sehr zufrieden. Sie hat immer wieder angezogen und steht vor einer sehr guten Zukunft.“

Wish you Well wurde als Vierte zuletzt immer zwingender und kam noch an der sehr unglücklichen Sharoka vorbei. Ein ganz großer Pechvogel war die Favoritin Peace of Paris als Sechste, für die die Partie früh gelaufen war. Jockey Adrie de Vries: „Das Rennen war eine Katastrophe für uns, im Bogen wurde ich zweimal eingeklemmt und musste meine Stute aufnehmen. Da war dann der Schwung und der Rhythmus weg.“

Noch einmal Markus Klug: „Adrie de Vries hatte sich für Peace of Paris entschieden, die in mehrere Rangeleien geriet, das hat mindestens vier Längen ausgemacht. Sie war deutlich unter Wert geschlagen. Für Gold war es natürlich ein Sprung und eine schwere Aufgabe.“ Die übrigen Kandidatinnen fanden nicht in die engere Entscheidung.

Tor“ für Fußball-Manager Klaus Allofs

Potemkin mit Start-Ziel-Sieg in der Baden-Württemberg-Trophy

„Tor“ für Klaus Allofs im letzten Highlight beim Sales & Racing Festival: Der im Besitz der Stiftung Gestüt Fährhof und des Fußball-Managers stehende siebenjährige Wallach Potemkin (36:10), in Training bei Andreas Wöhler in Spexard bei Gütersloh, gewann unter dem aus Kazachstan stammenden Jockey Bauyrzhan Murzabayev die Baden-Württemberg-Trophy (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.000 m).

Nach einem Rennen von der Spitze aus konterte der vielfache Gruppesieger unter den Augen von Klaus Allofs‘ Gattin Ute (Allofs selbst weilte in Mailand) alle Angriffe der Konkurrenz und brachte die Siegprämie von 32.000 Euro mit einer halben Länge Vorsprung nach Hause. Beim 25. Start war es der 13. Erfolg für den New Approach-Sohn, der damit die Führung in der Rennserie Défi du Galop übernahm. Dort winkt im Erfolgsfalle eine Sonderprämie von 100.000 Euro. Potemkin könnte am 11. November in Marseille noch einmal einen solchen Wertungslauf bestreiten.

Nächstes Ziel Marseille?

Racing Manager Simon Stokes in einem ersten Kommentar: „Wir sind sehr glücklich über diesen Sieg. Das  Tempo war zwar unterwegs zu langsam, aber unser Jockey hat alles richtig gemacht und ist dann seine eigene Pace gegangen. Potemkin hat im Einlauf immer wieder zugelegt.

Trainergattin Susanne Wöhler sagte: „Wenn man so gewinnt, kann man ja nur glücklich sein. Die Leistung des Jockeys auf Potemkin war optimal. Vielleicht müssen wir nun noch nach Marseille, um die Défi du Galop-Serie zu gewinnen.“

Jockey Bauyrzhan Murzabayev kommentierte: „Ich hatte mir die beiden letzten Rennen von Potemkin angeschaut und gesehen, dass er möglichst frei galoppieren muss. Ein gutes Tempo ist für ihn wichtig. Ich bin daher selbst nach vorne gegangen und habe nach einem guten Start alles kontrollieren können.

Itobo wieder stark

Noch dicht an Potemkin heran lief vom letzten Platz aus Itobo. Trainer Hans-Jürgen Gröschel: „Das war wieder eine ganz hervorragende Leistung von Itobo. Der Sieger hatte das Glück, sich keine Position suchen zu müssen, aber die Leistung konnte sich wirklich sehen lassen. Wir werden jetzt in die Winterpause gehen. Er kann auch als Siebenjähriger noch stark laufen. Jockey Adrie de Vries fügte an: „Das war ein gutes Rennen von Itobo. Er hat im Einlauf ordentlich zugelegt, der Sieger war aber zu weit weg.“

Der Franzose Almorox erkämpfte sich Rang drei gegen den lange prominenten Palace Prince. Jockey Julien Auge: „Wir hatten einen einwandfreien Rennverlauf, doch gegen Potemkin gab es diesmal nichts zu gewinnen.“

Großes Pech entwickelte die Lokalmatadorin Folie de Louise als Sechste: Betreuerin Carmen Bocskai: „Das Rennen war zu langsam. Sie musste auf der Zielgeraden leider über die Hacken von Wai Key Star hinweg. Sie war kurz Letzte, zog aber wieder an, doch bei dem mangelnden Tempo war dann nicht mehr möglich. Sie könnte noch einmal in einem Listenrennen in Paris oder in einem Gruppe III-Rennen in Rom laufen.“

Aus guter Lage baute auch der stark gewettete Wai Key Star (Siebter) ab. Reiter Bertrand Flandrin: „Zunächst lief alles nach Plan, aber ich musste in Richtung der Geraden weit außen herum. Heute hat er nicht angezogen, vielleicht war einfach nicht sein Tag.“

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