FEI-Awards: Simone Blum ist Sportlerin des Jahres

FEI-Awards: Simone Blum ist Sportlerin des Jahres

Manama/Bahrain (fn-press). Was für ein Jahr für Simone Blum! Im September wurde sie mit ihrer Stute DSP Alice Weltmeisterin im Springreiten, nur vier Wochen später folgte die Hochzeit mit ihrem langjährigen Partner Hans-Günther Goskowitz. Und jetzt ein weiteres Sahnehäubchen: Im Rahmen seiner Generalversammlung in Bahrain ehrte sie der Weltreiterverband (FEI) mit dem FEI-Award in der Kategorie „Best Athlete“. Mit Simone Blum wurde bereits zum vierten Mal ein deutscher Reiter mit dem Award in dieser Kategorie ausgezeichnet.

„Es macht mich sehr stolz diesen Award zu gewinnen, den schon viele Top-Reiter vor mir bekommen haben. Ich glaube, davon träumen viele Reiter. Diesen Preis habe ich auch meinen vielen Fans und Unterstützern zu verdanken, ihnen gilt deshalb mein besonderer Dank. Ich könnte mir keine besseren Fans wünschen“, sagte Simone Blum.

Bis vor gut drei Jahren war die 29-jährige Bayerin noch vornehmlich auf Turnieren im Ein- bis Drei-Sterne-Bereich unterwegs. Das änderte sich schlagartig, als DSP Alice in ihr Leben trat, die elfjährige, in Sachsen-Anhalt gezogene Askari-Tochter. Der steile Aufstieg von Simone Blum und Alice begann 2016 mit dem Deutschen Meister Titel in der Amazonen-Wertung. Im Jahr darauf siegten die beiden erneut – diesmal in der Herren-Konkurrenz. Fortan erhielten sie immer mehr Startmöglichkeiten auf großen internationalen Turnieren, feierten ihre Premiere beim CHIO Aachen, waren Reservepaar bei den Europameisterschaften in Göteborg und gewannen das German-Masters-Springen in Stuttgart. Das WM-Jahr 2018 richteten sie früh auf die Weltreiterspiele in Tryon/USA aus, waren bei ihrem zweiten Start in Aachen Teil des siegreichen Nationenpreisteams und wurden für das deutsche WM-Team nominiert. Aus Tryon, von ihrem ersten Championatsstart überhaupt, kehrten sie mit dem Weltmeister-Titel sowie Team-Bronze zurück.

„Das ist für mich noch immer unglaublich. Alles begann erst vor eineinhalb Jahren, und alles, was seitdem passiert ist, habe ich Alice zu verdanken. Nur dank ihr bin ich jetzt da, wo ich bin. Ich bin sehr glücklich, Alice zu haben und stolz, mit ihr auf diesem Top-Level reiten zu dürfen. Mit ihr fühlt sich alles so einfach an“, beschreibt Blum die Partnerschaft zu ihrer nicht immer unkomplizierten Fuchsstute. „Die Weltreiterspiele waren unser größtes Saisonziel. Wir haben Alice deshalb sehr dosiert auf Turnieren eingesetzt, so dass sie fit und motiviert in Tryon an den Start gehen konnte. Vor der letzten Runde war ich schon nervös, denn als letzter Starter in den Parcours zu gehen, ist nicht einfach. Aber wir hatten ja schon die Team-Medaille, die ein Riesenerfolg für uns war. Mit dem Einzelfinale wurde für mich ein weiterer Traum wahr. Alice sprang fantastisch. Es war der perfekte Tag. Das war die größte und beste Erfahrung in meiner bisherigen Reiterkarriere. Jetzt vier Jahre lang Weltmeisterin zu sein, ist einfach unbeschreiblich.“

Gut acht Wochen sind seitdem vergangen – acht Wochen, in denen Simone Blum zahlreiche Glückwünsche entgegen genommen, Hände geschüttelt und unzählige Interviews gegeben hat, vom bayerischen Ministerpräsidenten in der Staatskanzlei empfangen wurde und im Aktuellen Sportstudio aufgetreten ist, sowie – am allerwichtigsten: ihren langjährigen Partner Hansi Goskowitz (jetzt Blum) geheiratet hat.

Hintergrund:

Die Awards des Weltreiterverbandes FEI werden jedes Jahr in den Kategorien „Best Athlete“, „Rising Star“, „Best Groom“, „Against All Odds“ und „FEI Solidarity“ vergeben. Die Stimmen des Publikums sowie einer internationalen Jury entscheiden zu jeweils 50 Prozent über die Gewinner der Awards. Diese werden im Rahmen der FEI-Generalversammlung bekanntgegeben. 2009 wurden die FEI-Awards zum ersten Mal vergeben. Auch damals war eine deutsche Springreiterin Siegerin in der Kategorie „Best Athlete“: Meredith Michaels-Beerbaum. 2010 wurde Paradressurreiterin Dr. Angelika Trabert in der Kategorie „Against All Odds“ geehrt. Der Preis geht dabei an Personen, die trotz körperlicher Behinderung oder schwieriger persönlicher Umstände ihre Ambitionen im Pferdesport verfolgt haben. 2012 ging der „Best-Athlete-Award“ an Olympiasieger Michal Jung. Ein Jahr später erhielt Carmen Thiemann, Stallmanagerin bei Ingrid Klimke, den Preis als „Best Groom“ und wurde damit Pferdepflegerin des Jahres. 2016 empfing Dressurreiter Sönke Rothenberger die Auszeichnung als bester Nachwuchspferdesportler in der Kategorie „Rising Star“. Im vergangenen Jahr wurde Isabell Werth „Best Athlete“. In diesem Jahr war bereits zum zweiten Mal Werths Mitarbeiterin und Pflegerin ihrer Top-Pferde, Steffi Wiegard, in der Kategorie „Best Groom“ nominiert.  jbc

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