Seminar „Start frei – im Cross dabei“ lockte 400 Zuschauer nach Luhmühlen

Seminar „Start frei – im Cross dabei“ lockte 400 Zuschauer nach Luhmühlen

Luhmühlen (fn-press). „Start frei – im Cross dabei“ hieß es jetzt im Ausbildungszentrum Luhmühlen. Rund vierhundert Besucher ließen sich in einem vierstündigen Seminar den sicheren Einstieg in die Vielseitigkeit erklären. Auf Einladung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), des Pferdesportverbandes Hannover und der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport war die Veranstaltung für alle kostenfrei. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Sport sicherer zu machen – durch gute Ausbildung, passende Ausrüstung und die Weiterentwicklung im Geländeaufbau“, erklärte Philine Ganders-Meyer, Vielseitigkeits-Koordinatorin des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR).

„Vielseitigkeitsreiten beginnt damit, über einen Baumstamm zu springen“, sagte AZL-Ausbildungsleiter Michael Meier. Wie das am besten geht, zeigten gleich zu Beginn Nike Meier (Salzhausen) mit Sammy Joe, Smilla Phillipp (Elsdorf) mit Orly, Lena Reinstorf (Neustadt) mit Mariestad und Greta Tidow (Springe) mit Steendiek Mac Diamond. Unter Anleitung von Sandra Auffarth, Mannschafts-Olympiasiegerin und Doppelweltmeisterin von 2014, und Bundestrainer Hans Melzer lernten sie, dass es im Geländereiten vor allem darauf ankommt, unterschiedliche Sitzpositionen im Sattel einnehmen zu können. „Wichtig ist, dass ihr immer gut in der Balance seid und euer Pferd oder Pony möglichst wenig stört“, riet Auffarth. Für die jungen Reiter hieß das, Bügel kürzer schnallen und beim Springen den Oberkörper aufrechter zu halten als im Parcoursspringen. „Die Faustregel heißt ‚Fuß vor Knie‘“, erklärte Melzer. „Schaut beim Springen nicht nach unten, sondern merkt euch einen Punkt am Horizont. Das hilft, um im Gleichgewicht zu bleiben.“

Nicht mehr nur hoch, weit und breit sind die Hindernisse im modernen Geländekurs, sondern vielfach schmal und schräg. Wie man lernt, sie richtig anzureiten, demonstrierten Antonia von Baath (Salzhausen) mit Chance Choice, Anna Lafrenz (Eyendorf) mit Weingräfin und Sabrina Siemsglüß (Dorfmark) mit Emily Erdbeer. „Anders als früher lassen sich solche standardisierten Geländeaufgaben gut trainieren. Es ist unglaublich, wie die Pferde lernen, die Flaggen zu suchen, zwischen denen sie durchspringen sollen“, sagte Hans Melzer. 

Wer jedoch glaubt, dass man fürs Geländetraining unbedingt auch echte Geländehindernisse braucht, liegt falsch. Unter der Anleitung von Mannschaftsolympiasieger und Landestrainer Claus Erhorn bewiesen Tom Meier (Salzhausen) mit Amara, Janna Koch (Salzhausen) mit Flying Fire und Hedda Vogler (Verden) mit BGS Captain Morgan, dass bunte Stangen, Tonnen und sogar Stühle genügen, um sich auf spezielle Aufgaben im Gelände vorzubereiten und damit die Winterarbeit in der Halle abwechslungsreicher zu gestalten. Und manchmal braucht man dafür noch nicht einmal ein echtes Pferd. In Luhmühlen feierte der „Rocking Movie“, ein auf einem Kugelkopfgelenk gelagertes Reitlehrgerät, eine Weltpremiere. Auf ihm können Reiter lernen, sich in unterschiedlichen Positionen auszubalancieren. „Der Entwicklung solcher Reitlehrgeräte, aber auch die Erforschung deformierbarer Hindernisse oder Seminare wie dieses heute sind Teil des Projektes ‚Mit Sicherheit besser reiten‘ der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport“, erklärte Philine Ganders-Meyer, die den Prototyp aus Warendorf mitgebracht hatte. 

Ein wichtiger Aspekt für die Sicherheit ist neben Ausbildung und Training auch die richtige Ausrüstung. Dr. Manfred Giensch, Mannschaftsarzt des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR), erklärte den Zuschauern, worauf es bei der Auswahl von Helm und Schutzweste ankommt: die Passform. „Testen Sie wenn nötig drei bis vier Modelle“, riet der Mediziner. 

Und wer dann auch noch im Falle eines Falles geschickt reagiert, ist bestens für den „Busch“ gerüstet. Und auch dafür kann man etwas tun. Heike Glogau aus Ahrensburg, die seit rund 15 Jahren die Seminare und Fitnesstraining speziell für Reiter anbietet, zeigte den vier Ponyreitern, wie man seine eigene Balance schult und lernt, beim Fallen gekonnt über die Schulter abzurollen. 

Den krönenden Abschluss der praktischen Vorführungen bildeten Nikolai Aldinger (Egestorf) mit Firefly und Paula Reinstorf (Neustadt) mit Magic Blüte. Sie absolvierten in der Halle einen kompletten Stilgeländeritt, der anschließend von Dietmar Hogrefe aus Richtersicht und Hans Melzer aus Trainersicht kommentiert und bewertet wurde. Hb

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