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Mecklenburger Fahrsportidol Dietmar Timm gestorben

Mecklenburger Fahrsportidol Dietmar Timm gestorben

Spornitz (Franz Wego/ Bild: Jutta Wego). Uns erreichte die traurige Nachricht, dass das Mecklenburger Fahrsportidol Dietmar Timm aus Spornitz bei Neustadt-Glewe am 13. April im Alter von 67 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung gestorben ist. Nach einer Operation im Sommer vorigen Jahres hatte er sich wieder gut erholt, nahm im August an der Ausstellung „DDR-Meisterschaften-Vierspänner“ teil und auch noch im Dezember am MV-Fahrertag in Groß Nieköhr. Dann kam der Krebs zurück. Gestorben ist er zu Hause im Kreis seiner Familie.

Die Erfolgsbilanz von Dietmar Timm, der 2011 die Leinen als aktiver Fahrer aus der Hand legte, ist riesig. Doch – „Irgendwann ist Schluss“, sagte er nach tollen Auftritten mit seinen vier Schimmeln in der Sport- und Kongresshalle zu Schwerin im Februar 2011. Sein Gespann mit den Orlowtrabern Viborny, Vokal, Menjon und Duk ging noch im Februar an einen neuen Besitzer in Bayern. Er blieb dem Fahrsport im Land aber erhalten. 20 Jahre organisierte er zusammen mit Dorit Wolf als Vorsitzender des Lewitzer Fahr- und Reitvereins die großen Fahrturniere in Blievenstorf. Seine sportlichen Erfahrungen gab er einigen jungen Fahrern weiter, so auch Steffen Engelhard aus Siggelkow.

1980 als Beifahrer von Heinrich Warnecke begonnen, der ihm bereits 1981 bereits selbst einen Vierspänner zur Verfügung stellte, stellten sich zwei Jahre später bedeutende Erfolge ein. 1983 bis 1986 sowie 1988 überreichte man ihm den Vizebezirksmeistertitel von Schwerin. 1987 bezwang der ehrgeizige Fahrer die gesamte Konkurrenz: Er wurde Bezirksmeister und im selben Jahr Vierter der DDR-Meisterschaften. Ab 1990 folgten Landesmeistertitel in Serie. Nur wenn er mal nicht bei Meisterschaften an den Start gehen konnte, wie z.B. 2009, konnte der Landesmeistertitel im Vierspännerfahren an jemand anderen vergeben werden. Wenn er dabei war, wurde er ausnahmslos Sieger. Sein Trophäenschrank weist 14 Bezirks- bzw. Landesmeisteritel auf. Auch bei den Hallenevents war er nicht zu schlagen Mehrfach schlug er den deutschen Championatsfahrern ein Schnippchen und holte den Sieg in seinen Heimatort Sportnitz. Auch in der internationalen Szene war Dietmar Timm unterwegs, zum Beispiel in Polen, Tschechien und zuletzt in Holland. In Deutschland kennt er fast alle Turnierplätze.

Die Einzelerfolge aus der Zeit vor 1990 sind nicht mehr alle nachweisbar. Vom Sommer 1991 bis zum Februar 2011 ging er jedoch allein 280 Mal auf die Ehrenrunde – für Fahrer eine sehr hohe Zahl. 150 Mal führte er sie als Sieger an. Zu seinem Fahrteam gehörten unter anderem Leute wie Ralf-Peter Schult, Bernd Lindemann und Dorit Wolf, der Tochter von Heinrich Warnecke, die heute den Fahrausschuss in MV leitet und eine gefragte Meldestellenleiterin des Fahrsports ist. Von Heinrich Warnecke hat Dietmar Timm in seinen Anfangsjahren viel gelernt. „Meine fahrsportlichen Aktivitäten wären aber auch nicht ohne meine Familie zu schaffen gewesen“, erklärt der Spornitzer 2011, der beruflich im Bauwesen aktiv war. Seine Frau Jutta und die Söhne Mathias, Sebastian und Christopher unterstützten sein Hobby.

Geboren ist „Timmi“ in Güstrow, in Blievenstorf wuchs er auf. Seine Premiere auf dem Kutschbock fand in frühster Kindheit im Gut Lewitz statt. 1969 wurde er von den Fahrbildern bei der Hengstparade in Redefin inspiriert. Nach Ausbildung mit Abitur und Meisterbrief war das Volkseigene Gut (VEG) Lewitz 1979 seine erste Arbeitsstelle. Hier konnte der Traum vom Fahren Wirklichkeit werden. Als Beifahrer von Heinrich Warnecke 1980 begonnen, setzte sich Dietmar Timm, der in der Zeit auch sattelfest war, selbst auf einen Vierspänner. Tierarzt Dr. Rudi Bockentin erteilte ihm Fahrunterricht. Mit den Schimmeln Kurschöne, Kastell, Kaidal und Plesk vom Gut Lewitz begann seine sportliche Karriere. Das endete 1992, als das Gut den Besitzer wechselte und die Fahrpferde abgeschafft wurden.

Aber Timm gab nicht auf. Zusammen mit seinen Freunden Horst Brendel und Bernd Griepenprog wurden zunächst die Orlowtraber Viborny und Vokal gekauft und ein eigener Marathonwagen angeschafft. 1998 kamen die „Orlows“ Parfenon und Mambo hinzu und der Vierspänner war komplett. Letztere schieden nach einigen Jahren wieder aus und es kam Sewok und Menjon hinzu. Der letzte Zukauf war Duk, der für Sewok ins Gespann nachrückte.

Wenn „Timmi“ seine Schimmel aufforderte gab es kein Halten. Sie suchten förmlich die Tore und konnten blitzschnell auf dem „Teller“ wenden. Dietmar Timm und seine vier Schimmel waren so eng aufeinander abgestimmt, dass schon der Gedanke genügte um sich zu verständigen.

Die Welt des Fahrsports in Mecklenburg-Vorpommern verliert in Dietmar Timm einen seiner prägenden Vertreter. Unser aller Mitgefühl gilt seiner Familie.

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